Wenn Roboter betonieren

Unternehmerstammtisch besucht automatisiertes Betonwerk

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Jörg Rinninger führte den Unternehmerstammtisch durch das Betonwerk. (Foto: Paul Martin)

„Das war wie Sendung mit der Maus für Große – total interessant, die einzelnen Abläufe zu sehen.“ So lauteten die Eindrücke einer Unternehmerin aus Isny, nach einer Führung bei der Kißlegger Betondynastie Rinninger.

Der Abend bei RIKI (Rinninger-Kißlegg) war initiiert vom Isnyer Unternehmerstammtisch.

In zwei Teile wurde die Führung bei Rinninger gegliedert: So wurde einerseits erklärt, wie sich Kies, Sand, Wasser und Zement zu Beton vereinen und andererseits, was man in Kißlegg aus diesem Werkstoff herstellt. Die Abläufe im Mischturm zeigte Marcus Winterfeld. Jene Anlange, die mit ihren 35 Metern Höhe nur knapp den Kißlegger Kirchturm unterbietet, wird laut Winterfeld mit einem Mitarbeiter pro Schicht betrieben. Automatisierung und Industrie 4.0 lauten die Stichworte.

Auch hier: Die Kies-Frage

Nicht fehlen durfte während des Bestaunens der Mischvorgänge die Frage nach den Zutaten. Speziell wollte ein Teilnehmer wissen: Woher kommt der Kies für RIKI-Beton? „Die Rohstoffsituation in der Region sei bekanntlich angespannt“, antwortete Winterfeld. Und konkret: „Wir beziehen von verschiedenen Firmen in der Region. Man braucht mehrere Standbeine.“ Geschäftsführer Jörg Rinninger bringt die Sicht des Unternehmens folgendermaßen auf den Punkt: „Wir haben hier in der Region gute Rohstoffe als Standortvorteil. Die Frage ist, wie lange noch.“

Jörg Rinninger war es dann auch, der durch das „Werk drei“ führte. Hier findet das „automatisierte Schalen“ beispielsweise von Deckenelementen statt. Zwei Roboter aus Südtirol arbeiten hier Hand in Hand um auf großen Stahlpaletten Bewährungen zu legen. „Das ist mit das Modernste, was es in Europa gibt.“, kommentiert Rinninger mit einem Lächeln im Gesicht.

Der Unternehmerstammtisch ist sichtlich beeindruckt von den Meterlangen aber scheinbar flinken Maschinen. Seit diese eingesetzt werden, produziere das Werk etwa mit der halben Anzahl an Mitarbeitern, erläutert Rinninger. Ihm ist wichtig: „Wir haben dadurch aber niemanden entlassen, sondern die Leute einfach anders verteilt.“ Insgesamt beschäftigt das Unternehmen nach eigenen Angaben etwa 220 Mitarbeiter.

Aber zurück zu den Deckenelementen: Ebenfalls automatisch wird der Beton dann auf den Bewährungen verteilt. Nun kommt Schwung in die Sache. Oder besser: Schwingung. Erst kreisförmig, dann vertikal wird die Platte mit dem nassen Beton bewegt. Einen „Rüttler“ setze man zum Verdichten des Betons längst nicht mehr ein, so Rinninger. „Gerührt, nicht geschüttelt“, laute die Devise. Und es hat auch einen ernsten Hintergrund: „Das ist für die Mitarbeiter im Werk von der Geräuschkulisse her wesentlich angenehmer als früher“, sagt der Geschäftsführer. Freilich läuft auch bei RIKI nicht alles nur mit Robotern. Betonwaren wie Treppen oder ähnliches werden handwerklich hergestellt: „Da sind also Schreiner und Zimmerer am Werk“.

Was bei einer Betonfirma nicht fehlen darf ist ein „Baubier“ nach getaner Arbeit. Das gab es für den Unternehmerstammtisch beim gemütlichen Teil des Abends im RIKI-Sitzungsaal.

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